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konkretluftGeorg Kreisler: Ein Abschied ...


Liebe Freunde, ich wohne jetzt seit fünfzehn Jahren in Basel, aber demnächst werden Barbara Peters und ich in Salzburg wohnen.

Für einen Fremden wie mich sind fünfzehn Jahre Schweiz mehr als genug, und das sage ich auch im Interesse der Schweizer. Denn man hat mich hier sehr geduldig behandelt, und es wäre unhöflich von mir, das zu strapazieren.

Außerdem ist es ja das Recht jedes Fremden, sich auszusuchen, wo er neutralisiert werden will, und jetzt suche ich mir zur Abwechslung wieder einmal Österreich aus. Es ist mir ja nirgends schlecht ergangen, nicht in Österreich, nicht in Deutschland und auch fast nicht in der Schweiz. Wenn man das Land alle paar Jahre wechselt, hat das sogar Vorteile, denn sobald man sich ärgert, kann man sagen: Macht nix, ich gehe eh bald weg.

Ich gehe also weg von der Schweiz und ersuche daher, von der bisherigen Adresse „postlagernd Basel” nichts mehr zu erwarten. Vielen Dank für die bisherigen Briefe, Autogrammwünsche, Texte, CD's, ich kann sie jetzt nicht mehr bewältigen. Meine drei Sekretärinnen wollen Gehaltserhöhungen, mein Manager spricht nicht mehr mit mir, und meine PR-Agentur will, dass ich nackt auftrete, das ist jetzt modern, sagt sie, aber da fahre ich wirklich lieber nach Salzburg.

Schreibt an kip records, das sind die einzigen Freunde, die noch zu mir stehen, und außerdem hat man dort E-Mail.

Ich benütze die Gelegenheit, mich auch dafür zu bedanken, dass mein letztes Musical „Adam Schaf hat Angst” so begeistert aufgenommen worden ist. Mögen die Tantiemen sprießen, dann kann ich mir leisten, noch öfter zu übersiedeln. Mein besonderer Dank gilt Tim Fischer, der die Hauptrolle schon bei der Uraufführung übernahm, nachdem alle Nebendarsteller der Aufführung fern blieben.

Ausdrücklich entschuldige ich mich auch bei den Verlegern, die meine Manuskripte nicht lasen, meine Briefe nicht beantworteten oder meine Bücher, nachdem sie doch irrtümlich gedruckt worden waren, boykottierten. Auch bei den Theaterintendanten und deren Dramaturgen, die meine Stücke und Opern ignorierten, entschuldige ich mich. Bleibt bei der Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek, da weiß man, was man nicht hat: Ein Stück.

Und selbstverständlich allerherzlichsten Dank den bekannten und bislang unbekannten Kabarettisten, die sich meiner alten bösen Lieder annehmen, sowie deren Pianisten, die sich die Noten von der CD herunter aufschreiben müssen, weil sie nicht gedruckt sind. Ich weiß, wie mühsam das ist. Auf nach Salzburg!



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