gk_3bgr
1-32-33-14-25-26-37-2
1-1li3b23c13d23e23f23g23h21-1re1-1li3b23b23c13h23h21-1re

heldentodluftGeorg Kreisler: Mein Heldentod.
Prosa und Gedichte.

Kreisler ist Kreisler. Ist Wiener und doch keiner. Hängt an keinem Vaterland und ist in der Musik zuhause. Ist als Chansonier berühmt, zuweilen berüchtigt, geliebt und geschmäht, verrissen und verrufen, – neuerdings – auch als Schriftsteller gerühmt – und noch immer neu zu entdecken.

Dazu lädt sein neuestes Buch „Mein Heldentod“ ein: Prosa, Gedichte und Lieder, überwiegend unveröffentlichte, unbekannte Texte aus jüngster Zeit. Darunter ist ein Ausblick auf die Zukunft: auf seinen „Heldentod“ in Wien und obendrein die lang ersehnten Lebenserinnerungen: „Meine Autobiographie“ – ein Parforceritt, auf drei Seiten... Nur zwei Facetten seines neuen Buchs, das Kreisler in seiner ganzen Vielfalt zeigt: Weit mehr als der gewohnt bissige, zuweilen leise, melancholische Verfasser von Liedern und ernsthafte Dichter, erweist er sich als Meister der kurzen, pointierten Prosa, der feuilletonistischen Beobachtung, der Reflexion.


Leseprobe: Meine Autobiographie

Autobiographien sind heute in Mode, daher meint meine Frau, ich soll auch eine schreiben, wozu bin ich schließlich verheiratet. Der Zug ist zwar abgefahren, aber meine Frau ist hiergeblieben, also fange ich die Autobiographie mit meiner Kindheit an. [...] Meine Kindheit: Ich kann mich dunkel erinnern, daß ich zwei Eltern hatte, ein männliches und ein weibliches, die mir erzählten, ich sei in Wien geboren. Ich ging gerne ins Theater, heute gehe ich lieber zum Supermarkt, der ist künstlerischer. Als Kind konzentrierte ich mich auch sehr auf die Musik, heute ist das schwierig geworden. Man wird immer abgelenkt: Die Musiker tanzen und verrenken sich, während sie spielen, Rauchbomben werden entzündet, der Nachbar brüllt einem etwas ins Ohr, man klatscht im Takt, man tut alles, um nicht bloß zuhören zu müssen. Aber ich merke schon, wenn ich etwas aus meiner Kindheit erzählen will, rutsche ich in die Gegenwart. Verzeihung! [...] Es gab zwar weniger Autoverkehr, aber die Straßen waren genau so gefährlich wie heute. Man prügelte einander, man pöbelte, man schrie, für ein Kind war das alles sehr dämonisch und unberechenbar. Und schon damals fing man an, einander aus dem Weg zu gehen. Statt ein Theater zu besuchen, konnte man Radio hören, statt sich in die Augen zu schauen, konnte man telefonieren, der technische Fortschritt griff um sich, die Dummheit eroberte neue Dimensionen...


Arco Verlag GmbH, Schreinerstr. 8, D - 42105 Wuppertal
Telefon **49-202-2573286, Fax: **49-202-2573289


Schlagzeilengk_ticker
gk_ob19 gk_un22 gk_ob30 gk mi34

gk_luft
gk_liniegk_linie

 


gk_linie


© 2004 - 2015 kip media
e-Post: info@kip-media.de


Gestaltet auf dem Macintosh unter MacOS X