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heldentodluftGeorg Kreisler: Die Theaterwerke.

Premierenkritik zur deutschen Erstaufführung von OBEN
Badische Zeitung, Roswitha Frey
Dank an die Badische Zeitung für den Text...

Die hohe Kunst der bösen Parodie
Umjubelte Premiere im Schlosspark
In einer exklusiven Nobelklinik in den Alpen treffen sich die Mächtigen dieser Welt, Politiker, Kirchenmänner, Wirtschaftsbosse, um sich von ihren Leiden kurieren zu lassen. Doch wenn die Ärzte und Patienten don allesamt korrupt und intrigant sind und auch noch der Teufel in Menschengestalt seine Hand im Spiel hat, dann heißt es bald: Operation Satire gelungen, Publikum bestens amüsiert. So lautet die Diagnose nach der Premiere der rabenschwarzen Komödie „Oben“ von Georg Kreisler im ausverkauften Schlossparkpavillon.

Mit diesem Stück, das die Festspielgemeinde Bad Säckingen in deutscher Erstaufführung präsentiert, hat das Ensemble um Regisseurin Renate Kraus einen echten Coup gelandet. Der Kabarettist Georg Kreisler zeigt sich in dieser Komödie mit Gesang einmal mehr als Meister des schwarzen Humors. Die kranke Gesellschaft liegt hier auf dem Seziertisch. Korruption, Machtgier, Arroganz, nicht zuletzt die Selbstherrlichkeit der Ärzte werden in dieser bissigen und überraschend aktuellen Satire vorgeführt, die ein bisschen an Dürrenmatts „Physiker“ erinnert.
Renate Kraus gelingt mit Ihrem vortrefflich pointiert spielenden Ensemble eine Inszenierung, die Profibühnen an Spielwitz und humorvollen Einfällen nicht nachsteht. Die musikalische Komödie hat alles, was einen Theaterabend vergnüglich macht: brillante Dialoge, kritischen, entlarvenden Witz, Sarkasmus und Situationskomik, eine eingängige Musik, jede Menge Chansons und Couplets voller Schmiss und Esprit. Und die Akteure singen erstaunlich gut, machen auch auf dem musikalischen Parkett eine glänzende Figur, schmissig begleitet von der Pianistin Nellia Pfeifer. Auch an aktuellen Anspielungen auf die leeren Kassen und die Gesundheitsreform fehlt es nicht, etwa in der spritzigen und ein bisschen makabren Szene im Operationssaal, wo die Ärztinnen in grünen Chirurgenkitteln hantieren und die Patienten auf weißen Pritschen liegen. Und beim Auftrittslied der „Halbgöttinnen in Weiss“ wird das Ganze zur frechen Ärzte-Satire.
Auch darstellerisch sind die Mitspieler in absoluter Glanzform: Hilde Butz brilliert in der Hosenrolle des zynischen, allmächtigen Medienmoguls Doggenburg, dessen nervöse Zuckungen und coole Arroganz sie mit vielsagender Mimik und Gestik perfekt rüberbringt. Thierry de Winter bringt die seltsame Wandlung des skrupellosen Waffen- händlers mit hintergründiger Komik zum Ausdruck: eine Paraderolle für den begabten Komödianten. Eine joviale Politiker-Figur gibt Günter Kraus als Minister ab, der Bundeskanzler werden will und eine Schwäche für Frauen hat. Herrlich scheinheilig ist die Kleriker-Parodie von Renate Kraus als ehrwürdiger, schwerhöriger Kardinal mit fleischlichen Gelüsten. Hervorragend gespielt ist auch das Personal der Klinik, angefangen von Rita Schnabel als liebeskranke Oberschwester Libgard bis zur Riege der Ärztinnen: Susi Kanele als Urologin, Sabine Krüger als Neurologin, Diana Spindler als HNO-Spezialistin und Heike Bengs als Augenärztin schnippeln in der OP-Szene munter kreuz und quer an ihren Patienten herum: eine bitterböse und witzige Farce über eine Gesellschaft, in der "ein Geier dem anderen Geier nicht die Augen aushackt“.
Die Fäden in diesem Intrigen-Spiel zieht gekonnt der Teufel, den Michael Lotzgeselle als süffisanten Mephisto und Zaubermagier im Glitzerjackett spielt Mit seinen teuflischen Einflüsterungen und seinem diabolischen Charme manipuliert er die Menschen in dem Stück und mischt das Treiben in der Klinik gehörig auf. Wie heißt es doch so schön: „Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie den Autor oder die Regie“. Entsprechend umjubelt war die Premiere im Schlosspark.


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