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konkretluftNachgedanken zu einem Nachruf

Ach, die Heimat! Niemand ist zeitlebens von der seltsamen Wesenheit Heimat so umgetrieben worden, ist von dröhnenden Patrioten mit diesem Kampfbegriff derart verfolgt worden wie Georg Kreisler“, schrieb Michael Frank in der Süddeutschen Zeitung und widmete unserem geistreichen Poeten und literarisch-musikalischen Genie, wie übrigens viele andere Autoren im deutschsprachigen Ausland, einen überaus respekt- und würdevollen Beitrag.

Freilich, ohne zu ahnen, wie sehr sich hierzulande Ressentiments und Unverständnis fortsetzen würden - über den Tod des Meisters hinaus:

Dass der Kabarettist Werner Schneyder, der sich in unkritischer Selbsteinschätzung „Kollege“ nennt, sich und ihm noch nicht einmal die Zeitspanne zwischen Tod und Beisetzung gönnen würde, um sich öffentlich, mit leicht durchschaubaren, indiskreten „Erinnerungen“, so erschreckend taktlos in die Trauer der Hinterbliebenen zu drängen.

In einem zwiespältigen Nachruf versucht Werner Schneyder den Anschein zu erwecken, er habe Georg Kreisler „gekannt“. In Wahrheit ist ihm Kreisler aus dem Weg gegangen.

Schneyder ist zu intelligent, um Georg Kreisler die außergewöhnliche Begabung und Brillanz abzusprechen. Ihn jedoch im gleichen Atemzug „paranoid“ zu nennen und das mit gelegentlich aufgeschnappten, falsch verstandenen, völlig entstellten Momentaufnahmen belegen zu wollen; und sogar das absurdeste aller Gerüchte, Kreisler hätte „alles gestohlen“ sinnlos zu wiederholen – das weckt schon Assoziationen mit dem Lied aus einem Kreisler-Musical, in dem es heißt:

„Warum ist er so mies? Was hat er davon? Warum können …. Menschen auf Erden…nicht freundlicher, selbstloser, menschlicher werden…?”

Angesichts der in Profil erschienenen Selbstoffenbarung drängt sich zumindest diese Frage auf: Hat die Diskrepanz zwischen der kreislerschen Kunst und den eigenen kabarettistischen Bemühungen Werner Schneyder so sehr gekränkt?

Denn Georg Kreisler konnte, wie Eva Menasse es beschrieb, „mit Melodien und Musikstilen machen, was er wollte, handwerklich die schwierigsten und disparatesten Stücke selbst spielen und dazu singen; mit Leichtigkeit und knisterndem Witz, und dabei noch variieren und auf sein Publikum direkt reagieren. Er hat unheimliche, unnachahmliche Stücke in der Welt gesetzt, wie kein anderer das konnte“.

Und Konstantin Wecker, der Kreisler neidlos verehrte :
Einen Musiker kann der große Kreisler nicht täuschen. Mögen seine Texte noch so zynisch anmuten … in allen Liedern ist eine große Empathie zu spüren. Mag sein, es ist das sehnsüchtige Timbre seiner Stimme….
Wem solche Melodien zufallen, der kann nicht so bösartig sein wie seine Texte vermuten lassen…. Es wird einem klar, dass …er ein verzweifelt Liebender ist ….


Herr Schneyder hat von Georg Kreisler emotional nicht so viel verstanden.

Dr. Leo Prothmann, Psychotherapeut/Analytiker
Waltraud Prothmann-Seyersbach, freie Journalistin

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